Unsere Liegenschaften
Die Kaufmannschaft - von der Breiten Straße aus

Haus der Kaufmannschaft

Der „Stammsitz“ der Kaufmannschaft befindet sich inmitten der Altstadt, gegenüber der Jacobi-Kirche in der Breiten Straße 6-8. 

Im Jahre 1838/39 erfolgte auf dem seit 1495 im Besitz der Kaufleute-Kompanie befindliche Grundstück Breite Straße 6-8 der Bau der Doppelhäuser mit neugotischer Fassade. Zuvor war das alte Versammlungshaus der Kompanie baufällig geworden. 

Bis zum Jahr 2000 der Sitz der IHK zu Lübeck. Danach bezog die Geschäftsstelle der Kaufmannschaft zu Lübeck die Räume im Altbau. Der in den 50er Jahren in den Garten hinein erweiterte Bau

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Unsere historischen Räume
Die Diele
Die Diele der Kaufmannschaft

Der erste Raum, den man im Haus der Kaufmannschaft betritt, ist die Diele aus dem früheren Haus der Krämer-Kompanie der Vereinigung der Einzelhändler, Schüsselbuden.

Der „Schnitker“ Tönnies Evers schuf die Paneele, auf deren sich die Jahreszahl 1595 befindet. Die Gemälde in der Diele schuf der Lübecker Maler Johann Willinges, die Malerei trägt das Datum 1596.

„Der Mensch“ - eine moralische Allegorie, gemalt von Johann Willinges.

Der Mensch ist umgeben von den sieben wichtigsten Lastern in der Form von Schlangen, die in ihren Rachen die allegorische Figur eines Lasters halten. Davor die Justitia, dargestellt ohne Augenbinde, wie in den Hansestädten üblich.

Die aus Eichenholz gefertigten Paneele stammen aus dem Jahre 1595.

Oberhalb der Paneele befinden sich Gemälde des Malers Johann Willinges, die den Satz illustrieren:
„Kleines wächst durch Eintracht, Großes zerfällt durch Zwietracht“.

Die historische Diele der Kaufmannschaft Die historische Diele der Kaufmannschaft
Das große Gemach
Das große Gemach

Der Sitzungssaal, das einstige „Große Gemach“ der Kaufleute-Kompanie, wurde von Tönnies Evers in den Jahren 1610 bis 1612 geschaffen.
Das in den Raum weit vortretende Abschlussgesims prägt stark den Raumeindruck, hier sind auch die Wappen von Mitgliedern der Kaufleutekompanie und von den Stiftern des Großen Gemach zu sehen.

Einige Wappen sind leer, einige sind ausgekehlt. Dazu passt die Legende, dass eine freie Wirtschaft gekennzeichnet wird durch Wachstum, aber auch durch das Risiko, Konkurs zu gehen. Deshalb stehen freie Wappenschilder für neue Mitglieder und ausgekehlte Wappen, wo das Risiko übermächtig war. 

Zur Barockausstattung gehören insbesondere auch die Bilder zwischen Paneele und Decke. Sie zeigen die in den Rat der Hansestadt gewählten Mitglieder der Kaufleutekompanie. Viele von ihnen brachten es zur Würde des Bürgermeisters, viele Namen haben in der lübeckischen Geschichte einen guten Klang.

Die Bilder im Sitzungssaal stammen aus der Zeit zwischen 1650 und 1740.

Der Sitzungssaal wird heute nach wie vor für Ausschusssitzungen und andere Veranstaltungen genutzt.

Das große Gemach - Sitzungssaal der Kaufmannschaft Das große Gemach - Sitzungssaal der Kaufmannschaft
Das Fredenhagenzimmer
Das Fredenhagen-Zimmer der Kaufmannschaft

Ein einmaliges Kleinod der Renaissance-Schnitzkunst ist das Fredenhagenzimmer. Das Zimmer gehörte ursprünglich zur Ausstattung eines prächtigen Bürgerhauses unterhalb der Marienkirche, Schüsselbuden 16, in dem von 1692 bis 1709 Thomas Fredenhagen wohnte. 

Sein Name als erfolgreicher Kaufmann blieb mit dem Zimmer verbunden, obwohl nicht er der Auftraggeber war, sondern der frühere Hausbesitzer, Klaus von Berken. Dieser ließ das Zimmer in elfjähriger Arbeit von 1572 bis 1583 herstellen. 

Der Schöpfer des Zimmers war Hans Dreger. Er war aller Wahrscheinlichkeit nach Lübecker, hier hat er zumindest sein Hauptwerk geschaffen.

Die reiche Ausstattung des Fredenhagenzimmers mit über 1000 Figuren ist einmalig im norddeutschen Raum. Ein ähnlich ausgestatteter Raum – die Kriegsstube – im Lübecker Rathaus fiel dem Bombenangriff an Palmarum 1942 zum Opfer.

Die Paneele wurden aus Eichenholz gearbeitet, für die Reliefs und Friese wurden zumeist Birnenholz und für die eingelassen Reliefs weißer Alabaster verwendet.

Detailansicht aus dem Fredenhagen-Zimmer Detailansicht aus dem Fredenhagen-Zimmer

Zu den vielfältigen Darstellungen gehören u.a. die fünf Sinne, Szenen aus der Bibel und der antiken Mythologie.
Die Wand links vom heutigen Eingang weist noch zwei zusätzliche Besonderheiten auf:
Einen Wandschrank mit breiten Klappen, auf denen wohl Geschirr u.ä. ausgestellt wurde. Weiterhin eine Tür, die sowohl links als auch rechts geöffnet werden kann. Sie ist doppelt „angeschlagen".

Im Jahre 1818 drohte ein Verkauf des Fredenhagenzimmers.

Glücklicherweise erwarb der Ältermann der Kaufleutekompanie, J. W. Brand, das Zimmer für den damals nicht geringen Preis von 3.360 Mark und machte es der Kompanie zum Geschenk. So wurde es nach Vollendung des Neubaus im Jahre 1840 „mit einigen Weglassungen und Verletzungen“ in das Haus der Kaufleute-Kompanie eingebaut. Im Zuge der Sicherung der Lübecker Kunstschätze ab 1942 wurde das Zimmer nach Gut Trenthorst ausgelagert. Dabei gingen leider einige Teile verloren oder wurden zerstört (u.a. das Gemäldefries und einige Statuetten). 

Das Fredenhagenzimmer ist nicht frei zugänglich, kann aber nach Voranmeldung am Tag des offenen Denkmals jedes Jahr besichtigt werden.

Detailansicht aus dem Fredenhagen-Zimmer Detailansicht aus dem Fredenhagen-Zimmer
Das Eschenburgzimmer
Das Eschenburg-Zimmer der Kaufmannschaft
Ein historisches Restaurant
Das Schabbelhaus
Das Schabbelhaus - Restaurant der Kaufmannschaft